Bibliographix ist eigentlich ein recht robustes und gutmütiges Programm. Wahrscheinlich stürzt Word bei Ihnen häufiger ab als Bibliographix. Wenn Bibliographix abstürzt, kann das sehr unterschiedliche Gründe haben. Im folgenden wird beschrieben, wie Sie von den weniger "schlimmen" zu den "schlimmeren" Gründen hin abprüfen können, was der Grund für die Probleme sein könnte.
1. Fehlermeldungen analysieren
Im folgenden werden ein paar typische Fehlermeldungen aufgelistet und ein Kochrezept vorgeschlagen, wie Sie vorgehen können.
1.1 Access Violation (Zugriffsverletzung) at... beim Programmstart
Diese Meldung erfolgt, wenn es im Rechner einen Speicherzuordnungsfehler gibt, also einen Fehler, der ziemlich tief in den Innereien des Rechners liegt. Die Meldung wird mit einer Speicheradresse ausgegeben, die aber für die Lösung des Problems völlig irrelevant ist.
Der wahrscheinlichste Grund ist, daß die Zitierrichtlinie beschädigt. Weiter unten wird beschrieben, wie Sie beim Start eine andere Richtlinie laden können.
1.2 Cannot open table. File not found or access denied
Bibliographix versucht, auf eine Datenbankdatei zuzugreifen. Aus irgendeinem Grund funktioniert das nicht.
Mögliche Ursachen:
- Die Datei existiert nicht. Sie haben die Datei gelöscht oder verschoben. Lösung: Kopieren Sie die Datei wieder an den alten Ort.
- Sie haben nicht die notwendigen Zugriffsrechte. Wenn Sie eine Gastkennung benutzen oder auf ein Netzwerklaufwerk zugreifen, könnte es sein, dass Sie nicht die notwendigen Rechte haben, schreibend auf die Datei zuzugreifen. Lösung: Kopieren Sie die Datei dann an einen Ort, an dem Sie das dürfen oder melden sich unter einer Kennung an, die Schreibrechte hat.
- Das Betriebssystem hat eine Lesesperre gesetzt. Wenn ein Programm abstürzt, gibt das Betriebssystem normalerweise die geöffneten Dateien wieder "frei". In manchen Fällen funktioniert das aber nicht und das Betriebssystem meint, dass eine Datei noch von einem Programm benutzt wird, dass längst abgestürzt und neugestartet ist. Lösung: In diesem Fall hilft nur ein ab- und wiederanmelden. Ein kompletter Neustart ist meist nicht erforderlich.
- Die Datei ist beschädigt. Der "worst case" besteht darin, dass die Datenbank beschädigt ist. Lösung: Weiter unten finden Sie ein Kochrezept, wie Sie bei beschädigten Datenbanken vorgehen können.
1.3 I/O Error 32
Kochrezept
Schließen Sie die Datei in dem anderen Programm.
Die Meldung I/O 32 zeigt an, dass Bibliographix eine Datei öffnen will, die unter Windows bereits als geöffnet gemeldet ist. Typischerweise tritt der Fehler auf, wenn Sie eine Datei mit Bibliographix kompilieren wollen, die noch in Word geöffnet ist.
Kochrezept
Melden Sie sich unter Windows ab und dann wieder an. Ein kompletter Neustart ist meist nicht erforderlich.
Es kann aber auch der Fall sein, dass die Datei von einem Programm geöffnet worden ist und das Programm dann abgestürzt ist, ohne daß das Betriebssystem gemerkt hat, daß die Datei damit wieder "frei" ist. Microsoft Word ist auch hier ein heißer Kandidat.
1.4 I/O Error 53 und I/O Error 67
Bibliographix versucht, auf einen Netzwerkpfad zuzugreifen, der nicht existiert. Dieses Problem tritt typischerweise auf, wenn Sie sich mit einem Notebook in einem Netzwerk einloggen und mit Bibliographix Dateien in einem Netzwerklaufwerk bearbeiten, die dann später offline nicht mehr verfügbar sind.
Kochrezept
Fahren Sie das System komplett herunter und dann wieder hoch.
In jedem Fall sollten Sie überprüfen, welche Netzwerkpfade nicht verfügbar sind, wenn Sie diese Fehlermeldung erhalten und wie Sie dies ändern können.
1.5 I/O Error 103 / ungültige Klassenzeichenfolge
Der Fehler IO 103 tritt auf, wenn eine Datei, die eigentlich geöffnet sein sollte, nicht geöffnet ist. Dies passiert eigentlich nur im Zusammenspiel mit Microsoft Word. Zum einen ruft Bibliographix Word "heimlich" im Hintergrund auf, wenn Sie eine .doc - Datei im Manuskript Modul kompilieren. Das liegt daran, dass das .doc Format für eine Verarbeitung sehr ungeeignet ist.
Bibliographix gibt an Word den Befehl aus, die .doc Datei in eine .rtf Datei umzuwandeln. Dabei gehen keine Formatierungsinformationen verloren. Bibliographix verarbeitet nun diese Datei und erzeugt eine neue .rtf Datei mit den ganzen bibliographischen Informationen. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird Word beauftragt, diese .rtf Datei in eine .doc Datei zu verwandeln. Von diesem Vorgang bekommen Sie normalerweise überhaupt nichts mit, weil kein Word-Fenster angezeigt wird und dieser Vorgang normalerweise völlig problemlos abläuft.
Leider scheint Word an dieser Stelle nicht sauber programmiert zu sein, denn es kommt ab und zu zu Fehlern, weil Word die Fernsteuerungsbefehle nicht korrekt bearbeitet. Die Probleme haben nichts mit der jeweiligen Datei zu tun. In 9 von 10 Fällen wird die gleiche Datei klaglos konvertiert, beim zehnten Mal zickt Word.
Kochrezept
Das Hin-und-Her-Wandeln, bei dem der Fehler auftritt können Sie umgehen, wenn Sie Ihre Dokumente gleich als .rtf Datei abspeichern. Das .rtf Format ist genauso leistungsfähig wie .doc. Der einzige Nachteil ist, dass die Dateien ein wenig größer sind als ihr .doc - Zwilling.
Mit dem Befehl "Datei - Speichern Unter" können Sie das Format ändern. Unter "Extras - Optionen - Speichern" können Sie auch .rtf als das Standardformat einstellen, in dem neue Dateien in Zukunft abgespeichert werden. .rtf - Dateien kann Bibliographix direkt bearbeiten und muss keine Befehle an Word schicken, die offensichtlich in Ihrer Installation nicht richtig funktionieren. So können Sie diese Fehlerquelle umschiffen.
Die Fehlermeldung ungültige Klassenzeichenfolge ist technisch gesehen eine ganz andere Baustelle, entspringt aber dem gleichen Problem: Der fehlerhaften Programmierung in Word bei der .rtf --> .doc(x) - Umwandlung. Entsprechend ist auch das Kochrezept für die Lösung das gleiche: Verwenden Sie das .rtf Format.
1.6 I/O Error 123
Der I/0 Fehler 123 tritt auf, wenn ein Datenzugriff (Lesen oder Schreiben) auf Daten erfolgen soll, die einen irgendwie ungültigen Dateinamen haben. Das kann dann der Fall sein, wenn der Pfad- oder Dateiname Sonderzeichen enthält oder wenn ein Laufwerk angesprochen wird, das nicht der "normalen" Syntax (Laufwerksbuchstabe:\Pfadname...) entspricht.
In diesem Fall sollten Sie ausprobieren, ob eine Änderung der Option Datei - Programmeinstellungen - UNC Dateinamen Abhilfe schafft. UNC - Dateinamen haben keinen Laufwerksbuchstaben, sondern ein Format nach dem Muster \\serverxyz\pfadABC\dateiname.exe
Sollte das nicht helfen sollten Sie die Datenbank, die den Fehler hervorruft auf ein "unkritisches" Laufwerk in einen "unkritischen" Pfad verschieben.
Einige Netzwerkverwaltungsprogramme haben Schwierigkeiten mit der Funktion Sicherheitskopie erstellen, da dort eine zip - Datei gepackt werden muss und geben dann den I/O 123 Fehler aus. In diesem Fall müssen Sie das Verzeichnis, in dem sich die .bgx Datei befindet, per "Hand" sichern - oder die Datenbank auf einem lokalen Laufwerk ablegen. Schalten Sie unter Datei - Programmeinstellungen die Option Datenbank automatisch sichern ab. Diese Option erstellt eine Sicherungskopie der Datenbank, sobald Sie einen neuen Datensatz anlegen und an diesem Tag noch keine Sicherung erstellt worden ist.
1.7 I/O Fehler 206
Kochrezept
Pfadnamen oder Dateinamen kürzen.
Diese Fehlermeldung ist eine Meldung des Betriebssystems. Im Klartext lautet sie:
Der Dateiname oder die Dateierweiterung ist zu lang.
1.8 Locking File xyz.net is either invalid or is not compatible with this version
Bibliographix - Datenbanken sind mehrnutzerfähig. Das bedeutet, dass eine Datenbank zum gleichen Zeitpunkt von mehreren Nutzern geöffnet, durchsucht und bearbeitet werden kann. Was bei allen Datenbanken aber nicht möglich ist, ist, daß zwei Nutzer den gleichen Datensatz zur gleichen Zeit bearbeiten. Um das zu verhindern, erstellt Bibliographix eine Locking File in der jeweils aufgelistet wird, welche Datensätze zur Zeit in Bearbeitung sind. In Bibliographix haben diese Dateien die Endung .net und liegen im gleichen Verzeichnis wie die .bgx Datei.
Um diesen ganzen "Verwaltungskram" müssen Sie sich nicht kümmern. Das Programm legt diese Dateien automatisch an (auch wenn Sie immer nur allein an der Datenbank arbeiten. Es könnte ja sein...) und löscht sie auch auch automatisch, wenn es nichts zu koordinieren gibt. In diesen .net Dateien befinden sich also nur die Informationen, wer gerade was macht und keine Literaturdaten oder Ideentexte.
Falls Bibliographix oder der komplette Rechner abstürzt und die Locking File nicht gelöscht werden kann, stellt das Programm beim nächsten Start fest, dass es da schon eine .net Datei gibt, mit der irgendwas "faul" ist. Sicherheitshalber meckert die Datenbank und bricht ab.
Kochrezept
Wenn Sie sich sicher sind, dass zur Zeit niemand (auch Sie selbst nicht) die Datenbank geöffnet hat, können Sie alle .net Dateien (es gibt davon mehrere, weil es mehrere Teildatenbanken in einer Bibliographix - Datenbank gibt) löschen. Bitte löschen Sie nur die .net Dateien und nur die .net Dateien im Verzeichnis der Bibliographix - Datenbank.
1.9 Mehrdeutiger Name "TmpDDE"
Beim Versucht, einen temporären Quellenhinweis in Word einzufügen erhalten Sie die Fehlermeldung Mehrdeutiger Name TmpDDE
Diese Fehlermeldung stammt nicht von Bibliographix, sondern von Microsoft Word.
Um Word "fernzusteuern", damit das temporäre Zitat aus Bibliographix auf Knopfdruck aus Bibliographix in den Word - Text eingefügt wird, bedient sich Bibliographix der Makrosprache von Word. Für Makrobefehle, die Word von außen bekommt, legt Word ein temporäres Makro namens TmpDDE an und löscht es anschliessend wieder. Da viele Programme diese Methode nutzen, um Word fernzusteuern wird dieses Makro relativ häufig erzeugt.
Kochrezept
Löschen Sie das Makro TMPDDE. Dieser Vorgang macht nicht "kaputt", da dieses Makro, wie gesagt, der Standardname für nur temporär angelegte Makros ist.
- Die Liste der Makros befindet sich in Word 2007 auf der Registerkarte Entwicklertools in der Gruppe Code unter Makros. Löschen Sie TmpDDE aus dieser Liste.
- Die Liste der Makros befindet sich in Word 2003 unter Extras -> Makros -> Organisieren -> Makroprojektelemente Löschen Sie TmpDDE aus dieser Liste.
- Die Liste der Makros befindet sich in Word 2002 und älter unter Extras -> Makro. Löschen Sie TmpDDE aus dieser Liste.
Wenn nun irgenein interner Fehler in Word auftritt, kann es der Fall sein, daß das temporäre Makro nicht gelöscht wird, nachdem es ausgeführt worden ist, wenn z.B. Word abstürzt oder das System nicht ordnungsgemäß heruntergefahren wird. Wenn dieses temporäre Makro existiert (was es nicht soll) und Word versucht, es ein zweites Mal anzulegen, erhalten Sie die Fehlermeldung.
1.10 Laufzeitfehler 102
Beim Versucht, einen temporären Quellenhinweis in Word einzufügen erhalten Sie die Fehlermeldung Laufzeitfehler 102
Diese Fehlermeldung stammt nicht von Bibliographix, sondern von Microsoft Word.
Um Word "fernzusteuern", damit das temporäre Zitat aus Bibliographix auf Knopfdruck aus Bibliographix in den Word - Text eingefügt wird, bedient sich Bibliographix der Makrosprache von Word und schickt an Word den Befehl, den Inhalt der Zwischenablage in den aktuellen Text einzufügen.
An diesem Befehl verschluckt sich Word manchmal. Die Schnittstelle von Word, an der die von außen eingehenden Befehle eingehen, scheint von Microsoft nicht ganz sauber programmiert worden zu sein.
Unsere Erfahrung ist, daß ein Neustart das Problem behebt. Für den (soweit wir wissen) noch nicht aufgetretenen Fall, daß der Fehler permanent auftaucht, können Sie in den Programmeinstellungen eine andere Textverarbeitung als Word wählen. Dann wird der Befehl zum Zugriff auf die Zwischenablage nicht abgeschickt. Sie können den temporären Quellenhinweis dann "per Hand" aus der Zwischenablage holen.
2. Rechner neustarten
Fahren Sie den Rechner komplett herunter und starten Sie neu. Falls Ihr Rechner einfach nur schlechte Laune hatte, die Speicherverwaltung Schluckauf hatte, ... löst das das Problem.
3. Andere Zitierrichtlinie laden
Beim Start von Bibliographix wird automatisch die zuletzt geöffnete Zitierrichtlinie geladen. Wenn nun (aus welchem Grund auch immer) die Zitierrichtlinie beschädigt ist, stürzt Bibliographix beim Start ab. Mit dem Control Panel können Sie die beim Start geladene Zitierrichtlinie ändern. Probieren Sie also aus, ob die Zitierrichtlinie eine "Macke" hat.
4. Fehlende Zugriffsrechte
Wenn das nicht hilft, loggen Sie sich als Administrator ein, um abzuprüfen, ob das Problem evtl. an fehlenden Zugriffsrechten liegt.
5. Datenbank reparieren
Wenn Sie das nicht weiterbringt, sollten Sie überprüfen, ob die Datenbank defekt ist und mit dem Control Panel einen Versuch mit Datenbank reparieren starten. Das richtet keinen Schaden an. Schlimmstenfalls nutzt das nichts und Sie müssen auf eine Sicherungskopie? zurückgreifen.
6. Andere Datenbank beim Start laden
Wenn das auch nichts hilft, probieren Sie aus, ob Bibliographix mit einer anderen Datenbank ordnungsgemäß startet. Beim Start von Bibliographix wird automatisch die zuletzt geöffnete Zitierrichtlinie geladen. Wenn die defekt ist und sich auch nicht reparieren lässt, stürzt Bibliographix immer wieder ab. Mit dem Control Panel können Sie die beim Start geladene Datenbank ändern.
Das dürfte das Problem dann einerseits lösen, weil Bibliographix startet. Sie haben aber nun andererseits das Problem, daß die Datenbank, die Sie bisher verwendet haben, wohl irreparabel defekt ist.
7. Sicherungskopie verwenden
Da die Datenbank offenbar nicht reparierbar ist, müssen Sie auf eine Sicherungskopie? zurückgreifen.
8. Tabula Rasa bei den Nutzerdaten
Wenn das nicht hilft, löschen Sie das Verzeichnis \eigene Dateien\Bibliographix8. Dort wird die Standarddatenbank, die Nutzereinstellungen und die Zitierrichtlinien abgespeichert. Beim nächsten Start des Programms erkennt das Programm, dass das Verzeichnis nicht existiert und legt es neu (inkl. der Dateien) an.
Bitte sichern Sie (sofern vorhanden) dort angelegte Datenbanken und Zitierrichtlinien vorher. Alternativ können Sie das Verzeichnis auch einfach erst einmal umbenennen. Dann sind alle Daten auf jeden Fall noch "da".
Achtung: Aus Erfahrung wissen wir, daß viele Nutzer die Beispieldatenbank als "eigene" Datenbank weiternutzen. Davon raten wir ab. Falls Sie das doch getan haben, müssen Sie Ihre Datenbank vorher sichern/verschieben. Sonst ist sie weg!
9. Neuinstallation von Bibliographix
Wenn das nicht hilft, könnte die Bibliographix - Installation defekt sein. Sie sollten Bibliographix neu aus dem Internet. herunterladen und neu installieren.
10. Neuinstallation von Windows
Wenn eine Neuinstallation von Bibliographix nichts bringt, bleibt nach dem "zehn-kleine-NegerleinFledermäuse-Prinzip" eigentlich nur noch das Betriebssystem selbst als Fehlerursache übrig. Sehr unschön. Es ist durchaus möglich, daß nur ein kleiner Teil von Windows beschädigt ist und der Rechner sonst halbwegs stabil läuft. Wenn Sie niemanden kennen, der vor Ort einen fachkundigen Blick auf den Rechner wirft, bleibt Ihnen wenig anderes übrig, als das Betriebssystem neu zu installieren.