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Vorüberlegungen

Der Funktionsumfang von Bibliographix geht über den einen reinen Literaturverwaltung weit hinaus. Der Grund dafür ist nicht "Featuritis", sondern die Konsequenz eines Kreativitätskonzepts, das im Folgenden kurz vorgestellt wird.

1. Ideen und Literatur gehören unter ein "Dach"

Eine wissenschaftliche Literaturverwaltung dient nicht nur zum Sammeln, Ordnen und Abheften von bedrucktem Papier.

Sie lesen die Literatur als Input für Ihre eigene Arbeit, in der Sie einem "Stand der Forschung" eigene Ideen möchten, sei es im Rahmen eines größeren Publikationsprojekts (Diss, Habil) oder eines kleineren Aufsatzes oder eines Seminars, das Sie geben.

Sie können "Literatur" und "Ideen" natürlich in getrennten "Schubladen" abhandeln. Damit verzichten Sie aber auf die Möglichkeit, Querverweise zwischen Literatur und Ideen festzuhalten, denn Sie wollen einerseits Ihre Ideen mit Literatur unterfüttern, andererseits sich auch von der Literatur zu eigenen Ideen inspirieren lassen. Daher macht es Sinn, Literaturverwaltung und Ideenmanagement unter einem Dach zu kombinieren.

2. Kreativität ist chaotisch

Als wir darüber nachgedacht haben, wie ein Ideenmanager aussehen könnte, sind wir auf zwei Grundkonzepte gestoßen, unter die sich eigentlich alles, was wir zum Thema "Ideenmanagement" gefunden haben, subsumieren lassen:

  1. Mindmaps
  2. Ideenbäume (Outline Manager)

Je länger wir über diese beiden Konzepte nachgedacht haben, umso weniger passend erschienen sie uns für das, worum es beim Schreiben wissenschaftlicher Texte geht.

Mindmaps sind ein tolles Instrument, Teilprobleme auf dem Papier schnell und flexibel aufzugliedern, während man denkt. Mindmap - Software ist dafür ziemlich ungeeignet, weil es einfach zu lange dauert, das Programm zu bedienen. Man denkt einfach sehr viel schneller als man mit der Maus malen und klicken kann. Als Visualisierung einer schon ausgearbeiteten Idee ist Mindmap-Software wieder toll, aber beim Denken selbst ist die Software eher hinderlich. Ein weiteres Handikap von Mindmaps ist die beschränkte Komplexität, die Sie darstellen können. Wenn Sie mit Mindmaps auf Papier arbeiten, müssen Sie die Mindmap auf relativ kleine Probleme beschränken, weil die Mindmap sonst einfach physisch viel zu groß und unübersichtlich wird. Mindmaps, so beeindruckend man sie mit dem Computer aussehen lassen kann und so toll sie für kleinere Dinge auf dem Papier geeignet sind, funktionieren als "Leitidee" für einen Ideenmanager und ein größeres Projekt einfach nicht.

Die zweite große Gruppe, die wir Ideenbäume genannt haben, verwenden eine Baumstruktur für Ideen. Diese Programme werden auch Outliner genannt. Mit diesen Programmen können Sie Ideen in eine hierarchische Gliederung bringen. Solche Programme sind toll, wenn Ihre Ideen bereits wohlstrukturiert sind. Das ist aber, besonders in der Frühphase eines Publikationsprojekts eigentlich nie der Fall. Sie sammeln Ideen, die später einmal vielleicht zu einem größeren Ganzen zusammengefügt werden, aber erst einmal nur mehr oder minder unverbundene Gedankensplitter sind.

Ein relativ großer Teil Ihrer Ideen wird sich als nicht (unmittelbar) verwertbar entpuppen. "Unmittelbar" bedeutet, dass die Idee schon brauchbar ist, aber nicht in dem Kontext, in dem die Idee ursprünglich entstanden ist. Es wäre aber schade, diese Idee "wegzuwerfen". Es macht Sinn, sie so "abzuheften", dass sie Ihnen wieder in den Schoß fällt, wenn (in einem anderen Kontext) die Zeit gekommen ist.

In einer solchen Situation hilft Ihnen ein Outliner nicht weiter. Ideenmanager, die mit Baumstrukturen arbeiten, sind eigentlich paradox, weil Sie voraussetzen, daß man das Problem bereits gelöst hat, wegen dessen man sie eigentlich einsetzt.

Irgendwann im Laufe Ihres Projektes beginnen die Ideen sich zu ordnen. Das ist aber typischerweise erst relativ spät, wenn die Ideen gut "gesackt" sind - und nicht gleich am Anfang.

Ideenmanagement muß daher berücksichtigen, daß Ideen einen Klärungsprozess durchlaufen und am Anfang chaotischer sind als am Ende. Das kann man nicht mit einem Konzept abdecken, sondern braucht mindestens zwei Leitideen, die Hand in Hand arbeiten müssen.

In der Anfangsphase des Projekts brauchen Sie in erster Linie ein Werkzeug, mit dem Sie Gedanken möglichst schnell und unkompliziert festhalten können. Im Grunde eigentlich ein Stück Papier. Nur: Sie müssen eine Chance haben, dieses "Stück Papier" später auch wiederzufinden. Sie brauchen also irgendeine Form von Ordnungssystem.

3. Ordnungssysteme: Wieviel Individualisierung macht Sinn?

Sie können nun versuchen, für sich selbst ein solches Ordnungssystem zu entwickeln. Der Soziologe Niklas Luhmann ist ein Beispiel, wie man ein ganzes Gelehrtenleben mit einem Zettelkasten bestreiten konnte.

Für die Entwicklung eines solchen hochindividualisierten Ordnungssystems werden Sie Jahre brauchen, da es unwahrscheinlich ist, dass der erste Entwurf gleich optimal ist. Sie müssen natürlich auch die Technologie beherrschen, die Sie einsetzen. Wenn die Technologie aus "Karteikarte" und "Stift" besteht, sollten Sie das hinbekommen. Wenn Sie aber den Computer als Hilfsmittel einsetzen wollen (was sehr sinnvoll ist) fehlen Ihnen eventuell die Kenntnisse, sich eine Datenbankanwendung selbst zu "schnitzen", die genau das tut, was Sie gern hätten. Und Sie müssen natürlich auch hier die Zeit investieren, das Konzept zu entwickeln und zu verfeinern.

Die Alternative besteht darin, sich einer fertigen Softwarelösung zu bedienen. Dazu können Sie natürlich eine Standardsoftware wie Microsoft Word benutzen. Nur: Word ist nun gar nicht als Ideenmanager konzipiert. Sie können die Gliederungsfunktion ein wenig zweckentfremden, aber Word wird vermutlich nicht gut als Lösung passen.

Bibliograpix geht da einen etwas anderen Weg. Es bietet Ihnen eine fertige Struktur für Ihr Ordnungssystem an, das Sie gleich einsetzen können. Es berücksichtigt die unterschiedlichen Phasen des Kreativitätsprozesses (chaotischer Anfang und strukturiertes Ende) und bietet Ihnen unterschiedliche "Tools" für diese Phasen an.

Um das anfängliche Chaos zu verwalten, reicht es aus eine Idee mit etwa zwei bis vier Kategorien zu versehen. Den Rest erledigt der Computer.

Für die Mittel- und Endphase des Projekts, wenn die Dinge klarer geworden sind, bietet Ihnen Bibliographix den (für diese Phase total sinnvollen) Gliederungsbaum und funktioniert wie ein Outline-Programm.

Bibliographix holt Sie also ganz früh in Ihrem Publikationsprojekt ab und begleitet Ihre Ideenfindung und -ausarbeitung bis zu dem Punkt, an dem das Konzept so stabil ist, daß Sie die Textstücke in Ihre Textverarbeitung schieben und dort weiterbearbeiten.

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